Gewerbeordnung 1994 idF GRNovelle 2012

 

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Bodenleger (§ 94 Z 7)

§ 150. (2) Einer Gewerbeberechtigung für das Gewerbe der Bodenleger

(§ 94 Z 7) bedarf es unbeschadet der Rechte anderer Gewerbetreibender für

das Verlegen von Belägen an Böden, Wand und Decke sowie für die Herstellung

des hiefür nötigen Untergrundes; hievon ausgenommen ist das Verlegen von

Kunststein-, Naturstein-, Steingut- und keramischen Belägen sowie von Tapeten

und Wandbespannungen. Bodenleger sind unbeschadet der Rechte der Tischler

auch berechtigt, Parkettböden zu verlegen.

 

 

Brunnenmeister (§ 94 Z 5)

§ 100. (1) Der Brunnenmeister (§ 94 Z 5) ist berechtigt, die zur Herstellung eines

Brunnens für Trink- und Nutzwasser und die für Quellfassungen erforderlichen

Arbeiten zu planen, zu berechnen sowie auszuführen; hiezu gehören das Bohren

und Schlagen von Brunnen, das Ausschachten, Ausmauern oder Betonieren des

Brunnenschachtes, das Einsetzen der Pumpenrohre und Saugvorrichtungen und

das Decken des Schachtes, das Führen des Schlages und Einsetzen der Schlag-

rohre. Weiters ist der Brunnenmeister zur Aufstellung von Gerüsten, für die

statische Kenntnisse erforderlich sind sowie unbeschadet der Rechte der

Baumeister zur Durchführung von Tiefbohrungen aller Art berechtigt. In politischen

Bezirken, in denen kein Brunnenmeister seien Standort hat, stehen die angeführten

Berechtigungen auch den Baumeistern zu.

(2) Der Brunnenmeister ist auch zur Herstellung des Brunnenhäuschens, der

Wasseraufsaugmulde und der Wasserableitungen im erforderlichen Ausmaß sowie

zur Herstellung von Abwasserreinigungs- und -beseitigungsanlagen in brunnen-

mäßiger Ausführung und von nicht freitragenden Silos bis ein Meter über dem

Erdboden in brunnenmäßiger Ausführung und von nicht freitragenden Silos bis ein

Meter über dem Erdboden in brunnenmäßiger Ausführung berechtigt.

 

 

Dachdecker (§ 94 Z 11)

§ 150. (3) Dachdecker (§ 94 Z 11) sind auch zur Ausführung der Tätigkeiten der

Schwarzdecker und der Abdichter gegen Feuchtigkeit und Druckwasser berechtigt.

 

 

Glaser, Glasbeleger und Flachglasschleifer; Hohlglasschleifer und

Hohlglasveredler; Glasbläser und Glasinstrumentenerzeugung

(verbundenes Handwerk) (§ 94 Z 28)

 

 

Holzbau-Meister

§ 149. (1) Der Holzbau-Meister (§ 94 Z 82) ist zur Ausführung von Bauarbeiten,

bei denen Holz als Baustoff verwendet wird, wie zur Herstellung von Holzhäusern,

Dachstühlen, Holzbrücken, Holzveranden, Holzstiegen, Holzbalkonen und dergleichen

berechtigt.

(2) Bei Ausführung der Arbeiten gemäß Abs. 1 darf der Holzbau-Meister auch andere

Werkstoffe als Holz verwenden. Der Holzbau-Meister ist weiters zur Herstellung von

Hauseingangstüren aus Massivholz, Holzfußböden aller Art und von gezimmerten

Holzgegenständen berechtigt.

(3) Die im Abs. 1 angeführten Arbeiten darf der Holzbau-Meister, wenn die Mitwirkung

verschiedener Baugewerbe erforderlich ist und soweit Abs. 4 nicht anderes bestimmt,

nur unter der Leitung eines Baumeisters ausführen.

(4) Der Holzbau-Meister ist jedoch berechtigt, Bauten, die ihrem Wesen nach

Holzkonstruktionen sind, selbstständig sowohl zu planen und zu berechnen als auch zu

leiten und nach Maßgabe des § 99 Abs. 2, der sinngemäß anzuwenden ist, auszuführen.

(5) Der Holzbau-Meister ist zur Aufstellung von Gerüsten, für die statische Kenntnisse

erforderlich sind, berechtigt.

(6) Der Holzbau-Meister ist im Rahmen seiner Gewerbeberechtigung zur Vertretung

seines Auftraggebers vor Behörden oder Körperschaften öffentlichen Rechts berechtigt.

(7) Die Befähigung für Tätigkeiten gemäß Abs. 4 kann nur im Wege eines Befähigungs-

nachweises gemäß § 18 Abs. 1 erbracht werden.

(8) Wird das Gewerbe der Holzbau-Meister in einem Umfang angemeldet, der nicht das

Recht zur umfassenden Planung gemäß Abs. 4 beinhaltet, hat der Gewerbeanmelder die

Bezeichnung “Holzbaugewerbetreibender” unter Beifügung der entsprechenden

Einschränkung zu verwenden. Nur Gewerbetreibende, deren Gewerbeberechtigung das

Recht zur Planung gemäß Abs. 4 beinhaltet, dürfen die Bezeichnung “Holzbau-Meister”

verwenden. Gewerbetreibende, die zur Ausübung des Holzbau-Meistergewerbes

eingeschränkt auf die Ausführung von Arbeiten gemäß Abs. 1 und 2 berechtigt sind, dürfen

keine Bezeichnung verwenden, die den Eindruck erwecken könnte, dass sie zu Tätigkeiten

gemäß Abs. 4 berechtigt sind.

 

 

 

Maler und Anstreicher; Lackierer; Vergolder und Staffierer;

Schilderherstellung (verbundenes Handwerk) (§ 94 Z 47)

§ 150. (14) Maler und Anstreicher (§ 94 Z 47)16) sind auch zum Verkleiden von

Wänden und Decken mit Tapeten und zum Anbringen von Anstrichen und

Beschichtungen zum Zweck der Wärmeisolierung berechtigt.

 

 

Pflasterer (§ 94 Z 54)

 

 

Sattler einschließlich Fahrzeugsattler und Riemer;

Ledergalanteriewarenerzeugung und Taschner

(verbundenes Handwerk) (§ 94 Z 57)

 

 

Spengler; Kupferschmiede (verbundenes Handwerk) (§ 94 Z 64)

 

 

Sprengungsunternehmen (§ 94 Z 65)

§ 132. (1) Die Erteilung einer Gewerbeberechtigung für den Betrieb von

Sprengungsunternehmen (§ 94 Z 65) erfordert zusätzlich zur Überprüfung der

Zuverlässigkeit, dass die Gewerbeausübung vom Standpunkt der Aufrechterhaltung

der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit keinen Bedenken begegnet. Im

Anmeldungsverfahren (§ 339) ist die örtlich zuständige Sicherheitsdirektion zur Frage

des Vorliegens der im ersten Satz genannten Voraussetzungen zu hören.

(2) Hat der Inhaber einer Gewerbeberechtigung für den Betrieb von Sprengungs-

unternehmen Anzeigen über die Ausübung des Gewerbes in einer weiteren

Betriebsstätte oder die Verlegung des Betriebes in einen anderen Standort oder die

Verlegung des Betriebes einer weiteren Betriebsstätte in einen anderen Standort

erstattet, so hat die Behörde dies mit Bescheid zur Kenntnis zu nehmen oder bei

Nichtvorliegen der Voraussetzungen die Gewerbeausübung im neuen Standort zu

untersagen. Der Gewerbetreibende darf mit der Ausübung des Gewerbes im neuen

Standort erst mit Rechtskraft des Bescheides beginnen. Abs. 1 ist anzuwenden.
 

 

 

Steinmetzmeister einschließlich Kunststeinerzeugung und Terrazzomacher

§ 133. (1) Der Steinmetzmeister einschließlich Kunststeinerzeuger und Terrazzomacher

(§ 94 Z 66) ist berechtigt:

1. zur Planung, Berechnung und Ausführung von Bauarbeiten, bei denen Steine bearbeitet

oder restauriert werden oder bei denen bearbeitete Steine und Steinplatten als Werkstoff

verwendet werden (Herstellung von Steinportalen und Fassadenverkleidungen einschließlich

der Montage der dazugehörigen Metallverankerungskonstruktionen, von Steinstufen, Stufen-

verkleidungen und Steinbelägen),

2. zur Erzeugung, Bearbeitung, Aufstellung und Versetzung von Grabsteinen und Grab-

monumenten und unbeschadet des Rechts der Baumeister zu den erforderlichen Aus-

mauerungsarbeiten für Grabmonumente und Grüfte sowie zum Gravieren von

Grabinschriften und

3. zur Herstellung und zum Verlegen von Kunststeinen und zum Herstellen von Terrazzobelägen.

(2) Steinmetzmeister einschließlich Kunststeinerzeuger und Terrazzomacher sind unbeschadet

der Rechte der Platten- und Fliesenleger auch zur Verlegung von keramischen Platten und

Bodenelementen aus Steingut und zur Verklebung von keramischen Platten und Wandbelägen

aus Steingut berechtigt.

(3) Steinmetzmeister einschließlich Kunststeinerzeuger und Terrazzomacher sind zur Aufstellung

von Gerüsten, für die statische Kenntnisse erforderlich sind, berechtigt.

(4) Das Aufsuchen von Hinterbliebenen zum Zweck der Erlangung von Bestellungen auf Leistungen

des Steinmetzmeistergewerbes, die sich auf Grabsteine, Grabdenkmäler und deren Zubehör

beziehen, ist nur auf ausdrückliche, an den zur Ausübung des Steinmetzmeistergewerbes

berechtigten Gewerbetreibenden gerichtete Aufforderung gestattet. Die Entgegennahme von

Bestellungen auf Leistungen des Steinmetzmeistergewerbes ist nur in den Betriebsstätten des

Gewerbetreibenden oder anlässlich des gemäß dem ersten Satz zulässigen Aufsuchens gestattet.

(5) Wird das Gewerbe der Steinmetzmeister in einem Umfang angemeldet, der nicht das Recht zur

Planung gemäß Abs. 1 Z 1 beinhaltet, hat der Gewerbeanmelder die Bezeichnung

“Steinmetzgewerbetreibender” unter Beifügung der entsprechenden Einschränkung zu verwenden.

Nur Gewerbetreibende, deren Gewerbeberechtigung das Recht zur Planung gemäß Abs. 1 Z 1

beinhaltet, dürfen die Bezeichnung “Steinmetzmeister” verwenden. Gewerbetreibende, die zur

Ausübung des Steinmetzmeistergewerbes eingeschränkt auf die Ausführung berechtigt sind, dürfen

keine Bezeichnung verwenden, die den Eindruck erwecken könnte, dass sie zur Planung im Sinne

des Abs. 1 Z 1 berechtigt sind.

 

 

 

 

Stuckateure und Trockenausbauer (§ 94 Z 67)

 

 

Tapezierer und Dekorateure (§ 94 Z 68)

§ 150. (20) Tapezierer und Dekorateure (§ 94 Z 68) sind auch zum Zimmermalen

und zum Verlegen von Belägen am Boden mit Ausnahme von Kunststein-,

Naturstein-, Steingut- und keramischen Belägen berechtigt. Tapezierer und

Dekorateure sind auch berechtigt, Parkettböden zu verlegen.

 

 

Wärme-, Kälte-, Schall- und Branddämmer (§ 94 Z 79)

§ 150. (23) Wärme-, Kälte-, Schall- und Branddämmer (§ 94 Z 79) sind auch zur

Ausführung der Tätigkeiten der Schwarzdecker und der Abdichter gegen

Feuchtigkeit und Druckwasser berechtigt.